Impfen

oder der schmale Grat...


Impfen ja - so wenig wie möglich!

UPTDATE: Die neue Impfempfehlungen (09/2016) der LMU - insbesondere für Züchter interessant! Welpenerstimpfung nur noch gegen Staupe und Parvovirose!
http://www.med.vetmed.uni-muenchen.de/einrichtungen/gesundheitsvorsorge/leistungen/impfberatung/impf-hund-sept-2016.pdf

Zu den Core-Impfungen zählt lt. LMU aktuell: Staupe, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut (nur wenn wegen Reisen innerhalb der EU nötig). Leptospirose war zwischenzeitlich kein Core-Impfstoff, jetzt wird die Impfung wieder genannt. Sogar die Stiko Vet* gibt mittlerweile zu, dass dieser Impfstoff die meisten und leider auch schwere Nebenwirkungen haben kann. Aus diesem Grund gibt es auch keinen für den Menschen zugelassene Impfung.

(Vermutete) Unerwünschte Nebenwirkungen von Impfungen oder Tiermedikamenten bitte unbedingt melden: Tierhalter-UAW BVL
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Bis vor wenigen Jahren war ich der Ansicht, dass die Empfehlungen der StIKo Vet* verbindlich und richtig sind. Natürlich liest man immer wieder, dass Welpen nach der ersten Impfung krank werden oder im schlimmsten Fall sterben, dass Autoimmunerkrankungen zunehmen, dass Krebserkrankungen zunehmen, usw... Kann eine Impfung so etwas auslösen? 

Bei unserem E-Wurf 2014 haben wir bzw. unsere Welpenkäufer zum ersten Mal deutliche Nebenwirkungen erleben müssen. Zwei Welpen haben unmittelbar nach dem Umzug ins neue Zuhause (3 bzw. 5 Tage nach der Impfung mit Nobivac SHPPi) Durchfall mit blutigem Beimengungen gehabt. Nach Rücksprache mit unserem Tierarzt wurden bei allen Welpen Kotproben untersucht, ob evtl. ein Giardienbefall vorliegt, für den dieses Symptom typisch ist. Alle Welpen waren frei. Unglücklicherweise wurde einer dieser Welpen einem Tierarzt vorgestellt, der TROTZ des Durchfalls, die stark nebenwirkungsträchtige Leptospirose-Impfung verabreicht hat. Warum bleibt ein Rätsel - es steht in jedem Beipackzettel, dass nur vollkommen gesunde Hunde geimpft werden dürfen. Ebenso sollte nicht im Zahnwechsel oder während der Läufigkeit geimpft werden. Infolge der Impfung, hat sich der Durchfall über Wochen hingezogen und die Besitzer waren sehr verzweifelt. Den Beipackzettel der ersten Impfung hat leider zu diesem Zeitpunkt niemand gelesen.
"In Ausnahmefällen können beim Impfling allergische Reaktionen - mit möglichen klinischen Symptomen wie Lethargie, Hyperthermie, Juckreiz, Gesichtsödem, Urtikaria, Erbrechen und Durchfall - auftreten, wie sie allgemein nach Kontakt mit Fremdproteinen möglich sind. Solche Reaktionen klingen in den meisten Fällen ohne Behandlung ab. "
Alle Welpen aus diesem Wurf (der trotz Durchfall geimpfte Hund als erster), sind im weiteren Verlauf an Demodikose erkrankt. Die Demodikose wird von der Demodex-Milbe verursacht und äussert sich meist durch haarlose und/oder gerötete Stellen an Kopf und Extremitäten. Keinesfalls dürfen diese Stellen mit Kortison behandelt werden. An sich zählt die Milbe zu den normalen Hautbewohnern des Hundes, bei ungünstigen Bedingungen kann sie sich stark vermehren. Betroffen sind häufig kurzhaarige Junghunde im Alter zwischen 3 und 18 Monaten - vermutlich auch langhaarige, nur sieht man es dann weniger. Bei der sog. juvenilen Demodikose kommt insbesondere das noch unausgereifte Immunsystem und der Stress in der Junghundzeit (Impfungen, Umzug, Autofahrten, Hundekontakte usw.) als Ursache in Frage. Weitere Impfungen während der Behandlung verschlimmern das Krankheitsbild und sollten daher ausgesetzt werden. Eine lokale Demodikose bei Jungtieren bildet sich in 90 % der Fälle wieder spontan zurück. Spontan bedeutet "ohne Behandlung" und nicht "plötzlich". 
Auch genetische Prädispositionen können grundsätzlich eine Rolle spielen. Allerdings können wir das mit großer Sicherheit ausschließen, da keines der Elterntiere je Demodikose hatte und auch in deren näherer Verwandtschaft keine Fälle aufgetreten sind. Ein vollkommen paralleler Fall, mit blutigem Durchfall und späterer (leichter) Demodikose, legt nahe, dass es einen gemeinsamen Auslöser dafür gegeben hat. Die einzige Gemeinsamkeit ist derselbe Impfstoff Nobivac SHPPi. 

image courtesy of Baitong33§ at FreeDigitalPhotos.net


Diese Geschichte hat uns sehr zu denken gegeben und wir haben nach einer Alternative zur, eigentlich wissenschaftlich bekannten, viel zu frühen Erstimpfung gesucht. Im F und G-Wurf haben wir mittels Bluttest die maternalen (mütterlichen) Antikörper für Parvovirose und Staupe ermitteln lassen, um so den optimalen Impfzeitpunkt zu bestimmen. Dieser Test hat für den F-Wurf sehr niedrige Titer für Staupe und Parvovirose ergeben. Die Welpen wurden in der 9. Woche mit Virbac SHP geimpft, bisher ohne unerwünschte Nebenwirkungen. In der 12.Woche kann eine erneute Titermessung zeigen, ob die Impfung angeschlagen hat. Wenn ja, sind die Welpen nach dieser einzigen Impfung für viele Jahre, wenn nicht sogar lebenslang, gegen Staupe, Parvovirose und Hepatitis geschützt.


Lt. Uni München zählen zu den sog. Core-Impfungen (Impfungen die jeder Hund haben sollte) lediglich S (Staupe), P (Parvovirose) und T (Tollwut). Da Deutschland seit Jahren Tollwut-frei ist, gibt es keine Impfpflicht mehr. Bei Fahrten ins Ausland, Ausstellungen und oft auch Hundeschule, kommt man aber um diese Impfung nicht herum. Da es Impfstoffe mit 3-jähriger Zulassung gibt, sollte man beim Tierarzt auf deren Verwendung bestehen.

Die Pi-Impfung (Parainfluenza, Zwingerhusten), wird oft ohne Wissen und Information von Seiten der Tierärzte mitverabreicht. Ihre Schutzwirkung ist umstritten, da es viele verschiedene Erreger gibt, die nicht vom Impfstoff abgedeckt werden. Ich kann es nicht verifizieren, aber ich habe schon oft gehört, dass geimpfte Hunde, stärker daran erkrankt sind, als ungeimpfte. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass unsere Rosie wenige Wochen nach der Impfung Zwingerhusten hatte. Daher werden wir weder Welpen noch erwachsene zukünftig dagegen impfen lassen.

Leptospirose ist ein bakterieller Krankheitserreger. Es gibt zig verschiedene Stämme von Leptospiren, nur gegen wenige existiert ein Impfstoff, der leider - wenn überhaupt - auch nicht sehr lange schützt.  Der Impfstoff ist ein sog. Vollkeim-Impfstoff ("dirty vaccine") und löst am häufigsten von allen Impfungen schwere Nebenwirkungen aus. Antech, ein US-Labor, warnt davor, Leptospirose-Impfungen bei Kleinhundrassen und Welpen unter 12 Wochen zu verwenden. Die Universität Kansas ist sogar der Meinung, dass das Risiko der Lepto-Impfung den Nutzen bei weitem übersteigen würde. Leptospirose wird vor allem über den Urin erkrankter Tiere übertragen, erhöhte Gefahr besteht beim Trinken aus Pfützen und stehenden Gewässern sowie in Überschwemmungsgebieten.
Impfungen wie Borreliose oder Bordatella etc. werden generell nicht empfohlen.

Letztlich bleibt es natürlich jedem selber überlassen, gegen was und wie oft er impft. Unsere Hunde werden nach der Grundimmunisierung nur noch gegen Tollwut geimpft und das auch nur bei Bedarf.

Wer mehr wissen möchte, dem sei der Download des eBooks von Monika Peichl empfohlen:
Haustiere impfen mit Verstand / €2,99

Quellen:
http://www.med.vetmed.uni-muenchen.de/einrichtungen/dermatologie/krankheiten/krank2/index.html
http://www.med.vetmed.uni-muenchen.de/downloads/impfempfehlung.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwingerhusten
http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/
http://www.stallwache.de/Nebenwirk.html
http://www.deutsche-pinscher-von-calpunia.de/Impfung_______________________/impfung_______________________.html
http://www.adoptiere.eu/index.htm?/tipps_infos/seite_tipps_med_impfungen.htm
https://www.dogsnaturallymagazine.com/leptospirosis-vaccine-protection-and-dogs-what-you-need-to-know/
https://www.dogsnaturallymagazine.com/safer-vaccine-guidelines-for-dogs/

* Die Ständige Impfkommission der Tierärzte ist ein Gremium innerhalb eines Vereins. Es besteht keine Offenlegungspflicht für Verbindungen zur Pharmaindustrie.

Zitate: Kleintierimmunologen und Tierärzte äußern sich zur jährlichen Revakzinierung



Zitate zusammengestellt von Mo Peichl & Swanie Simon

Herunterladen & Weiterleitung von dieser Zitatsammlung ausdrücklich erlaubt

 
 

T. R. Philipps/R. D. Schultz:
"Eine Praxis, die vor vielen Jahren einsetzte und der es an wissenschaftlicher Gültigkeit oder Rechtfertigung mangelt, sind jährliche Wiederholungsimpfungen. Für jährliche Revakzinierungen besteht fast ohne Ausnahme keine immunologische Notwendigkeit. Immunität gegen Viren hält über Jahre oder das ganze Tierleben lang an. Eine wirksame Impfung gegen die meisten bakteriellen Krankheitserreger ruft ein immunologisches Gedächtnis hervor, das über Jahre anhält und es dem Tier ermöglicht, eine protektive anamnestische (sekundäre) Antwort zu entwickeln, wenn es virulenten Organismen ausgesetzt ist. Einzig die Immunantwort auf Toxine erfordert Auffrischimpfungen (zum Beispiel wird die Tetanustoxin-Auffrischung alle sieben bis zehn Jahre empfohlen). Toxin-Impfstoffe werden aber bei Hunden und Katzen gegenwärtig gar nicht verwendet."
(Kirk's Current Veterinary Therapy, 1992)

Professor Niels C. Pedersen (University of California, Davis):
„Viele Veterinäre und eine noch größere Zahl von Patientenbesitzern bezweifeln zunehmend die medizinische Grundlage für die routinemäßigen jährlichen Impfungen der Haustiere, und das mit Recht! Die Praxis ist nicht zu verteidigen, warum also sollen wir darüber noch länger diskutieren oder das Thema ignorieren?“
(Proceedings of the American Animal Hospital Association, 1997)

Professor Alice Wolf (Texas A & M University, Austin):
"Kinder oder Erwachsene werden nicht jährlich neu geimpft, und es werden auch keine Titer gemessen, um zu bestimmen, ob sie noch einen angemessenen Schutz haben. Die Erfahrung hat gezeigt, daß das der Fall ist. Humanimpfstoffe sind nicht anders als Tierimpfstoffe, und das Immunsystem von Hund und Katze ist auch nicht anders als das Immunsystem des Menschen."
(Veterinary Proceedings, 1998)

Professor Fred W. Scott (Cornell University, Ithaka):
„Die Impfstoffhersteller sollten ihre Vakzinen auf die längere Dauer des Immunschutzes hin testen und in ihren Empfehlungen auf dem Beipackzettel eine realistischere Dauer des Immunschutzes angeben.“
(Feline Practice, Juli/August 1997)

Prof. Dr. Marian Horzinek (Universität Utrecht):
„Es ist die wissenschaftliche Einsicht, die einem sagt, es ist nicht notwendig, jährlich zu impfen, man könnte mit längeren Intervallen arbeiten. Aber weder der Tierarzt, der gerne seinen Klienten einmal pro Jahr sehen will, noch die Impfstoffwerke haben ein Interesse daran, weniger häufig zu impfen.“
(WDR-Interview, gesendet im Januar 2001)

Horzinek:
"Bis vor wenigen Jahren war man der Meinung, Impfungen schadeten nie. Auch wenn sie vielleicht nicht nützen, stellen sie zumindest keine Gefahr dar. Inzwischen wissen wir, daß das nicht so ist."
(WDR-Interview, Januar 2001)

Horzinek:
„Die jährliche Vakzinierung gegen alles und jedes ist eher Folklore.“
(Tierarztkongreß Düsseldorf, November 2000)

Horzinek:
„Immunität gegen Masern hält lebenslang, und ich weiß von keinem Veterinär, der von seinem Hausarzt eine jährliche Masernimpfung verlangt. Aber die meisten Kleintierärzte in Europa revakzinieren Hunde jährlich gegen Staupe, und Staupe ist nichts anderes als Hundemasern.“
(Veterinary Vaccines and Diagnostics, 1999)

Professor Ronald D. Schultz (University of Wisconsin, Madison):
„Meine eigenen Haustiere werden als Welpen ein- oder zweimal geimpft und dann nie wieder, mit Ausnahme der Tollwut-Impfung, die alle drei Jahre gegeben wird, seit ein Drei-Jahres-Produkt erhältlich ist. Ich verfahre nach diesem Programm seit 1974, und es ist weder bei meinen Haustieren noch bei den Haustieren meiner Kinder und Enkel jemals eine Infektionskrankheit aufgetreten.“
(Veterinary Medicine, 1998)

Schultz:
„Die Empfehlung zur jährlichen Auffrischung war nicht durch wissenschaftlich fundierte Studien belegt, und man wird für viele der gebräuchlichen Produkte in der Literatur auch keine Veröffentlichungen finden, die die Notwendigkeit der jährlichen Impfung nachweisen.“
(Veterinary Medicine, März 1998)



Blog von Monika Peichl zum Thema Impfen: http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.com/

http://www.newvaccinationprotocols.com/
Ausgezeichnete Website einer Tierarztpraxis und "low cost vaccination clinic" in Texas, mit ausführlicher Begründung, warum Katzen und Hunde nicht jährlich geimpft werden müssen

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